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Albanien/Montenegro/Bosnien/... Drucken E-Mail
Tuesday, 24. June 2008

Gerhard war mal wieder unterwegs...
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Im nachhinhein betrachtet, meine beste Tour ever.

Diesmal gings wieder nach Albanien, das wilde
Gebirge im Norden war wieder unser Hauptziel.

Die Heimreise planten wir aber diesmal am Landweg
durch Montenegro, Bosnien, Croatien und Ungarn.

Ursprünglich wollten wir wieder zu dritt abhauen,
eine Superenduro blieb dann kurzfristig
bereits bepackt in Wien zurück. Jobmäßiger
"Rückruf" einen Tag vor Abfahrt.

Die Route war wie folgt:





Zur Fähre nach Triest gings wieder durch
das kurvige und schöne Slowenien.





Am Schifferl "beginnt" dann immer der richtig Urlaub.
Ein gemütliches Bier mit Blick aufs
endlose Wasser ... sehr lässig.







Nach Ankunft in Durres gings wiedermal
nach Kruje, der "Geschichts-"Haupstadt Albaniens.











Frühmorgens starteten wir Richtung Norden nach
Burrel. Entlang des schwarzen Drins nach Kukes.
Die Strassln waren genial, vormittags hatten
wir etwas Regen, welcher die Fahrerei
staubfrei gestaltete.















Welcome to Burrel !





Weiter nach Kukes, bekannt geworden durch
die Anwesenheit Kofi Anams während der Kosovokrise.



















Ursprünglich wollten wir in Kukes übernachten.
Da wir jedoch sehr zeitig vor Ort waren,
beschlossen wir, noch die geschätzten
25 km zur nächsten Ortschaft zu fahren.
Naja, wo der Spass aufhört, beginnt ja
bekanntlich das Abenteuer. Wohlwissend,
dass das Kartenmaterial in diesen Gegend
ungenau ist und man in solchen Ländern
net im Finstern herumgondelt, passiert
es dann doch ...









... in der Annahme, dass wir mehr Zeit als genug für
diesen "Katzensprung" hätten, kehrten wir vorher
noch in a "Wirtshaus" ein. Kurz nach Abfahrt
zogen finstere Gewitterwolken auf und wir
legten einen Zahn zu, um schnell in besagte
Ortschaft zu kommen. Des Strassl war net so schlecht,
einspurig und grossteils asphaltiert mit den üblichen
Löchern, Pass rauf, Pass runter, eine Kehre nach
der anderen. Natürlich begann es dann gscheit
zu regnen, die Sicht durch die dunklen
Wälder gleich null. Nach gut 50 km war mir
klar, dass es diese Ortschaft wiedermal
net gibt. Inzwischen war es stockdunkel,
es giesste in Strömen. Die Fahrerei
wurde uns zu gefährlich und so beschlossen
wir, in irgend einer verlassenen
Steinruine a trockens Platzerl für die
Nacht zu suchen.

Als dann aber die verwilderten
Hunde erwachten und dauernd hinter uns herhetzen,
sich diese nicht mal mit den den üblichen
Notstoppknallerei abhalten liesen, im Gegenteil,
noch mehr die Zähne fletschen, wir inzwischen
die Viecher von weitem durch die strahlenden
Augenpaare im Wald entdeckten, manchmal ein
paar Kaliber dabei waren, die schon nach
Wolf ausschauten, die Gfrasta bis ca. 50 km/h
ganz locker mithalten, war klar, wir fahren
weiter, und wenns sein muss, die ganze Nacht.

Nach knapp 100 einsamen km erreichten wir spät nachts
eine kleine Stadt. Gottseidank gabs dort
a Hotel, welches auch so spät noch Gäste
aufnahm. Wie so oft ... waren die letzten Stunden
echt unangenehm ... war die weitere Nacht
genial.

Wir stießen zu einer illustren Rund Albanern,
unter ihnen die Obrigkeit der Polizei
und lokalen Politiker. Es dauerte net
lange, haben wir mitgefeiert, die Sauferei
wurde uns bezahlt und quasi befohlen, genauso,
wie uns um 3 Uhr morgens "erlaubt" wurde, endlich
und todmüde ins Bett zu fallen.








Nach diesem aufregendem Tag gings dann
gemütlich ins Hochgebirge. Valbone,
eine einsame abgelegene Schlucht war das
Ziel. Der Weg dorthin war lässig,
dauern geniale Ausblicke.
























Valbone ... traumhafte Strassln entlang eines
wilden grünen Flusses ... am Ende der Schlucht
fragten wir nach einer Unterkunft ...
































In einem urigen Dorf gabs dann auch Gästezimmer für uns.
Die Oma kochte schmackhaftes Abendessen,
Bier gabs auch genug ...





Vor 2 Jahren hatten wir die Fähre durch
die Komanschlucht verpasst. Diesmal jedoch
starteten wir bereits um 5.00 Uhr früh
zur Fähre. Pünktlich legte sie um 7.00 Uhr
ab. Die Fahrt über den Komanstausee war
genial.













Gegen Mittag gings wieder nach Theth. Eine 170 km
Offroad-Runde durchs Gebirge, mit Übernachtung
im abgelegen Dorf Theth.

















Minibusse sind in Albanien die "öffentlichen
Verkehrsmittel". Tatsächlich sind das Privatpersonen,
die so ihren Lebensunterhalt verdienen.
Man wartet einfach am Strassenrand bis irgend einer
vorbeikommt, zahlt a paar Lek und kann samt Viechern
und Gepäck mitfahren. Sogar über die Ostroute
fährt 3 x die Woche einer nach Theth. Wenn die Karre
mal im Schlamm versinkt, heisst anschieben
für die Fahrgäste.






















Übernachtet haben wir wieder bei der Familie wie
vor 2 Jahren. 7 Kinder, 4 Mädls und 3 Buben.
Ich war fast gerührt, als die alle noch meinen
Namen wussten. Haben dort einen gemütlichen
Abend verbracht.















Gut ausgeschlafen mit traumhaften Blick auf
die Berge gabs morgens ein albanisches Frühstück,
... an Kaffee, an Raki und a Tschick!





Klare Luft, traumhafte Ausblicke,
auf lässigen Strassln gings südlich
Richtung Skhoder.






















Ums Trinkwasser musste man
sich anstellen.







Richtung Norden gabs ein ca. 100 km langes
Gebirgstal, die Schotterstrasse führt
über mehrer Pässe und durch tiefe Schluchten
nach Vermosh, dem abgelegensten Dorf Albaniens.
Da diese Dorf auf Grund Schnee und Lawinen
regelmäßig bis zu 8 Monate im Jahr von der Umwelt
abgeschnitten war, tauschten die spärlichen
Einwohner ihre Waren über einen Pass auf
Schmugglerpfad nach Montenegro.
Mir war zu Ohren gekommen, dass man über dieses
Wegerl seit letztem Jahr nach Montenegro aussreisen konnte,
damit war unsere Route für diesen Tag auch schon fixiert.
Auf nach Montengero.







Die ersten paar Kilometer führten über einen
langen Pass auf eine kleine Hochebene, als
sich plötzlich vor uns ein Loch auftat.
Unpackbar, mit offenem Mund haben wir
minutenlang in die Schlucht geschaut.
Hier gehts bestimmt zum Mittelpunkt
der Erde! Auf abenteuerlichen Strassln
gings hinunter ins Loch, dann auf
den nächsten Passe, usw...















Nach gut 70 km rasteten wir im einzigen
Schmugglerdorf, war ein total uriges
Ambiente, normalerweise sollt man
dort a Nacht verbringen.









Bis hierher waren wir einem einzigen einheimischen
Holzlkw begegnet, langsam kamen Zweifel,
ob man hier tatsächlich über die Berge
nach Montenegro kommt.

Die Strasse wurde immer uriger ...
ab und zu noch ein einsamer Bauerhof
im Steilhang ...





















Tatsächlich gings nach einem kurzen
Abstieg doch nach Montenegro. Der
Zöllner im kleinen Hüttl hatte
a Riesenfreud, dass an diesem
Tag endlich a paar Wappler daherkommen ...

Montenegro galt schon immer als "Riviera"
des Balkans, ich war dann doch überrascht,
das die quasi einen Standard vergleichbar
wie Slowenien oder auch bei uns haben.

Die erste Nacht haben wir in einer
urigen Hütte in den Bergen verbracht.









Montenegro, ein traumhaftes Bergland.
Duftende Wiesen und grüne Schluchten.
Der zweitgrösste Canyon der Welt
befindet sich in Montenegro, die Taraschlucht.





















Montenegro haben wir abwechselnd
auf Schotter- bzw. Asphaltstrassln
durchquert. Den spektakulärsten
Teil der Taraschlucht kann man
leider net von einer Strasse einsehen.
Durchs Durmitorgebirge wollten wir
uns Wegerl dorthin suchen. Als
finstere Gewitterwolken die Berge
verdunkelten, es aus Kübeln zu
regnen begann und wir mangels
Unterstellmöglichkeit zwischen
den Blitzen zickzack fuhren
mussten, wechselten wir die
Richtung und fuhren gegen Süden.
Gleich hinterm nächsten Gebirge
tat sich schon die nächste Schlucht auf ...

















Nach zwei wunderschönen Tagen in Montenegro
gings durch Bosnien Richtung Heimat,
natürlich mit einer Pflichtübernachtung
in Sarajevo. Die Fahrt durch die
zerschossenen Plattenbauten ist
ziemlich trist, die Altstadt von
Sarajevo ist jedoch genial. Lauter
fröhliche junge Leut auf der Strasse.













In Bosnien wird überall fleissig gearbeitet,
keiner sitzt irgendwo herum, viele Leut
sind noch immer an der Beseitigung der
vieler Kriegsschäden beteiligt.

Auf Grund der geschätzten 3.000 Minienfelder
war natürlich kein Offroad in Bosnien
geplant. Tatsächlich enden die dicken
gelben Durchzugsstrassln oft in
Schotter- bzw. Schlammstrassln. Das
Kartenmaterial von dort kann man
getrost vergessen. Ist wohl eine
Glücksache, obs auf der Strasse
zügig vorangeht oder net.







Bosnien ist ein wunderschönes Land,
am Land findet man jedoch noch immer eine
teilweise traumatisierte Bevölkerung.
Nicht selten rennen die Leut davon,
wenn wir in ein Dorf kommen.





Danach sind wir nur mehr auf stinkenden,
roten Hauptverkehrsstrassen durch Bosnien gewetzt.

Auf kleinen lässigen Asphaltstrassln gings
durch Kroatien und die ungarische Pusta.
Von dort nach Wien zum Weiberl im Stiagnhaus, nona ...


Fazit:
War ein genialer Urlaub, lauter
nette Leute dort unten, unglaublich,
welche schöne unberührten Landschaften
in diesen Ländern zu finden sind,
und das ganze quasi vor unserer Haustür.





Statistik:

3.000 km unterwegs gewesen,
NULLKOMMANULL technische Probleme,
Motorradln sind grennt wie a Uhrwerk,
keine einzige Brezn, net amol
a Umfaller, gut gegessen, gut
getrunken, Super Wetter mit
an halben Tag Regen in Bosnien
und a paar Gewitter ...

Gerhard
Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 24. June 2008 )
 
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